Häufige Fragen zum Förderprogramm EnergiespeicherPLUS

Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Basis-Informationen zum Förderprogramm EnergiespeicherPLUS für Sie zusammengestellt.

Fragen zu Antragsunterlagen, Förderbedingungen

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Wird die Förderung auch rückwirkend bewilligt?

Eine Bewilligung eines Vorhabens, mit dem vor dem Antragseingang begonnen wurde, ist gemäß § 44 der Landeshaushaltsordnung Berlin nicht möglich.

Wichtig ist, dass Sie mit dem Vorhaben (Installation der PV-Anlage und des Speichers) nicht beginnen, bevor Sie die Eingangsbestätigung Ihres elektronischen Antrags erhalten haben.

Als Vorhabenbeginn ist grundsätzlich der Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrages, der der Ausführung zuzurechnen ist, zu werten. Auch bereits die bindende Willenserklärung zum Vertragsschluss (z. B. Auftrag an den Installationsbetrieb) zählt hierzu.

Sollte bereits eine PV-Anlage bestehen, ist eine Förderung nur möglich, wenn Sie diese erweitern. Zur Berechnung der förderfähigen Speicherkapazität wird dann nur der erweiterte, neue Teil der PV-Anlage herangezogen.

Ist es möglich, die PV-Anlage bereits aufzubauen und den Solarspeicher später hinzuzukaufen?

Nein, die Förderung eines solaren Stromspeichers ist ausschließlich in Verbindung mit der Neuinstallation einer PV-Anlage möglich.

Wird auch eine Nachrüstung einer bereits installierten PV-Anlage gefördert?

Leider kann die Nachrüstung eines Speichers für eine bestehende PV-Anlage nicht gefördert werden, da der Speicher mit einer neu zu errichtenden PV-Anlage kombiniert werden muss.

Allerdings wird eine „Erweiterung“ einer bestehenden PV-Anlage als neue Anlage angesehen. Wenn Sie eine solche neue Anlage zusammen mit einem Speicher installieren würden, könnten Sie für den Speicher eine Förderung erhalten.

Zur Berechnung der förderfähigen Speicherkapazität wird dann nur der erweiterte, neue Teil der PV-Anlage herangezogen.

Ist der Verkauf der überschüssigen Energie in den Sommermonaten zulagenschädlich?

Der überschüssige Strom kann in das Netz eingespeist werden, dies führt nicht zu einer Kürzung der Förderung.

Die Förderrichtlinie schreibt ein bestimmtes Verhältnis von PV-Anlage und Speichergröße vor. Heißt das, die Speicher dürfen nicht größer sein?

Der Speicher kann größer sein. Sie erhalten eine Förderung jedoch nur nach dem angegebenen Verhältnis von 300 EUR je kWh nutzbarer Speicherkapazität. Diese berechnet sich nach dem Verhältnis von Nennleistung der neu zu errichtenden PV-Anlage zur nutzbaren Speicherkapazität von mindestens 1,2 kWp je 1 kWh.

Was passiert, wenn bei Nutzung einer prognosebasierten Betriebsstrategie im Zuge einer Überprüfung die Überschreitung der maximalen Leistungsabgabe von 50 % der installierten Leistung der PV-Anlage festgestellt wird?

In der Regel sind die PV-Speichersysteme auf einen relativ hohen Eigenverbrauch optimiert, sodass es nur zu Zeiten mit sehr hoher PV-Stromproduktion und geringer Lastabnahme zu einer Überschreitung kommt.

Für die Messung einer Überschreitung und die damit ggf. einhergehende Reduktion der Einspeisevergütung ist der Stromnetzbetreiber verantwortlich. Sie können die Ertragsverluste reduzieren, indem Sie eine prognosebasierte Betriebsstrategie bzw. –einrichtung (vgl. in Richtlinie Nr. 5) einsetzen.

Wird bei der Berechnung des Verhältnisses PV-Leistung zu Speichergröße (1,2 zu 1) eine Rundung vorgenommen?

Beispiel: Meine Anlage wird 12,8 kWp besitzen, was einem förderfähigen Speicher von 10,6666 kW entsprechen würde. Wird dies zu einem förderfähigen Speicher von 11 kW führen?

Im elektronischen Antragssystem erfolgt eine automatische Rundung auf zwei Nachkommastellen. Das bedeutet, Sie könnten die Förderung für einen Speicher mit einer Leistung von 10,67 kWh erhalten.

Förderung von PV-Anlagen/Nachrüstung Speicher

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Wird es eine Förderung für die Errichtung einer Photovoltaikanlage geben?

Nein, eine Förderung für die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage ist nicht vorgesehen, da eine Förderung auf der Grundlage des Bundes-Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG, https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/) erfolgt und eine Doppelförderung unzulässig ist.

Wo finde ich Informationen zu weiteren Fördermöglichkeiten für die Nutzung von Solarenergie?

Sie finden auf der Internetseite "Solarwende Berlin" umfassende Informationen rund um die Nutzung von Solarenergie:

https://www.solarwende-berlin.de/solarenergie-im-einfamilienhaus-und-zweifamilienhaus-in-berlin

Das SolarZentrum Berlin bietet eine Beratung zu weiteren Fördermöglichkeiten und allen Fragen rund um das Thema Solarenergie an:

SolarZentrum Berlin
im Effizienzhaus Plus

Fasanenstraße 87a
10623 Berlin

https://www.solarwende-berlin.de/solarzentrumberlin/das-solarzentrum-berlin

Während der Corona-Krise bleibt das SolarZentrum geschlossen. Anfragen werden per E-Mail oder telefonisch beantwortet:

  • telefonisch erreichbar: Di. – Fr., 9:00 – 17:00 Uhr unter Tel.: +49 (30) 2266300
  • per E-Mail: info@solarzentrum.berlin

Ihr Ansprechpartner: Alexander Witusch

Muss die/der Eigentümer*in des Speichers den Speicher auch selbst nutzen?

Nein, der Speicher muss nicht zwingend von der Eigentümerin oder dem Eigentümer genutzt werden.

Wenn eine PV-Anlage in Verbindung mit einem Speicher installiert wird, ist es dann erlaubt, in einer gewissen Zeit nach der fertigen Installation den vorhandenen Stromspeicher zu erweitern?

Also konkret, muss das 1,2:1 Verhältnis über einen gewissen Zeitraum bestehen bleiben?

Der Speicher muss mindestens drei Jahre zweckentsprechend betrieben werden. Es ist jedoch möglich, den Speicher zu erweitern.

Eine weitere Förderung wäre dann allerdings nur möglich, wenn auch die PV-Anlage erweitert werden würde.

Fragen zum/zur Eigentümer*in/Antragsteller*in

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Kann man als Mieter*in mit einer kleinen Balkonsolaranlage auch die Förderung in Anspruch nehmen?

Ja, die Förderung wäre grundsätzlich möglich. Allerdings fällt die Förderhöhe gering aus, da die Förderung 300 EUR je kWh nutzbarer Speicherkapazität beträgt. Das Verhältnis von Nennleistung der neu zu errichtenden PV-Anlage zur nutzbaren Speicherkapazität von mindestens 1,2 kWp je 1 kWh muss eingehalten werden.

Zu den Möglichkeiten für Mieter*innen kann Sie das SolarZentrum Berlin beraten. Die Kontaktdaten finden Sie im Themenbereich „Förderung von PV-Anlagen/Nachrüstung Speicher“.

Sind auch Wohnungseigentümergemeinschaften förderfähig? Und wenn ja, wer muss bei einer Eigentümergemeinschaft als Antragsteller*in auftreten?

Ja, auch Wohnungseigentümergemeinschaften können eine Förderung durch EnergiespeicherPLUS beantragen. Die Zuwendung wird an die Eigentümerin oder den Eigentümer des Stromspeichers vergeben. Daher muss geklärt werden, wer Eigentümer*in der Anlage sein wird.

Bei Wohnungseigentümergemeinschaften, die als teilrechtsfähig gelten, muss eine GbR gegründet werden.

Kann ein Eigentümer, der in einem anderen Bundesland als Berlin wohnt und eine Immobilie in Berlin mit einer PV-Anlage und einem Solarstromspeicher versehen möchte, auch die Förderung beantragen?

Ja, das ist möglich. Ausschlaggebend ist, dass die Anlage in Berlin errichtet wird.

Sind auch gemeinnützige Vereine antragsberechtigt?

Auch Vereine sind antragsberechtigt. Eine Bedingung ist, dass der Speicher mindestens drei Jahre zweckentsprechend betrieben werden muss. 

Gibt es die Förderung auch für ein Gartenhaus bzw. Ferienhaus?

Ja. Die Förderung ist unabhängig von der Art des Gebäudes. Wichtig ist, dass es sich um ein stationäres (fest installiertes) System im Land Berlin handelt. 

Fragen zum Speichersystem

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Was ist unter "prognosebasierte Betriebsstrategie" für den Speicher zu verstehen?

Es wird ein Bonus in Höhe von 300 EUR pro Stromspeicher gewährt, sofern der Speicher bzw. das Energiemanagementsystem über eine prognosebasierte Betriebsstrategie (Erzeugungs- beziehungsweise Verbrauchsprognosen) verfügt.

Die Kombination von Photovoltaik-Anlage und Speichersystem soll dazu dienen, zusätzliche Belastungen der Verteilnetze in Spitzenlastzeiten zu vermeiden. Deshalb sollen die Systeme „netzdienlich“ sein.

Von einer Netzdienlichkeit ist auszugehen, wenn:

  • entweder die PV-Anlage mit einer technischen Einrichtung ausgestattet ist, die die Pflicht nach § 9 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 Erneuerbare-Energien-Gesetz (ferngesteuerte Reduzierung der Einspeiseleistung bei Netzüberlastung durch Netzbetreiber) erfüllt oder
  • die maximale Leistungsabgabe der PV-Anlage am Netzanschlusspunkt 50 % der installierten Leistung der PV-Anlage beträgt. Zur Erreichung dieses Erfordernisses dient die prognosebasierte Betriebsstrategie. Die Leistungsbegrenzung besteht dauerhaft für die gesamte Lebensdauer der Photovoltaikanlage. Dem Netzbetreiber ist die Möglichkeit zu geben, die Leistungsbegrenzung auf eigene Kosten zu überprüfen.

Im Zweifel sprechen Sie mit Ihrem Anbieter bzw. dem Speicher-Hersteller, ob das System diese Anforderung erfüllt.

Der von mir angefragte Hersteller des Energiespeichers bietet kein Rücknahmesystem an. Was mache ich nun?

Die Verpflichtung zu einem Rücknahmesystem ist wünschenswert aber kein Muss. Wir freuen uns, wenn Sie dieses sicherstellen können, haben jedoch die Verpflichtung dazu in eine Möglichkeit abgewandelt.

Welche Art Speicher werden gefördert?

Die Förderung wird technologieoffen gewährt. Beispiele sind:

  • Batteriespeicher,
  • Salzwasserbatterien,
  • Redox-Flow-Systeme sowie
  • Wasserstoffspeichersysteme mit Elektrolyseur und Brennstoffzelle.
Wo finde ich Informationen zu unterstützten Modellen / Herstellern?

Auf der Solarwende-Seite finden Sie einige Anbieter:

https://www.solarwende-berlin.de/solarzentrumberlin/anbieterliste-umsetzungspartner-finden

Ferner hat das PV-Magazin eine Produktdatenbank für Batteriespeichersysteme erarbeitet:

https://www.pv-magazine.de/marktuebersichten/batteriespeicher/speicher-2019/

Beim Bundesverband Solarwirtschaft, der rund 800 Unternehmen vertritt, könnten Sie zudem erfragen, ob sie Listen zur Verfügung stellen:

https://www.solarwirtschaft.de/kontakt.html

Auf kommerziellen Seiten finden Sie auch Listen:

Speichernutzung für Elektromobilität

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Wird der Faktor zur Berechnung der Förderhöhe aus Punkt 6.4 der Richtlinie durch die Verwendung des gewonnen Stroms für ein Elektrofahrzeug ausgehebelt?

Ja. Wird der Strom zum Laden eines Elektrofahrzeugs verwendet, kann ein größerer Speicher gefördert werden.

Gibt es eine Größenbeschränkung für den größeren Speicher, der auch für Elektromobilität verwendet wird?

Eine Größenbeschränkung gibt es nicht.

Muss der Speicher ausschließlich für das Fahrzeug verwendet werden, oder kann man einen Speicher, der für den Hausstrom und für das Elektrofahrzeug gleichzeitig verwendet wird, installieren?

Es kann auch ein Speicher gefördert werden, der sowohl den Hausstrom als auch den Strom für das Elektrofahrzeug speichert.

Wie weit kann vom angegebenen Faktor 1,2 (Verhältnis kWp zu kWh) bei Anschaffung eines Elektroautos abgewichen werden?

Es gibt keine Höchstgrenze für die Abweichung vom Verhältnis PV-Anlage-Leistung – Speicherleistung bei der Nutzung des Systems für Elektromobilität. Allerdings ist der Höchstförderbetrag auf 15.300 EUR (15.000 EUR für das Speichersystem und 300 EUR Bonus bei prognosebasierter Betriebsstrategie) festgelegt.

Wie sieht der Nachweis aus, wenn der größere Speicher für Elektromobilität verwendet wird?

Ein größerer Speicher kann gefördert werden, wenn der Strom daraus für ein Elektrofahrzeug verwendet wird. Als Nachweis reicht die Zulassungsbescheinigung für das elektrisch betriebene Fahrzeug, die ggf. nachgereicht werden kann. 

Wird auch die Stromnutzung für zweirädrige Elektrofahrzeuge gefördert?

Es werden nur elektrisch betriebene PKW gefördert. 

Gibt es auch eine Förderung für Ladesäulen für Elektroautos?

Die Förderung einer Ladesäule ist über das Förderprogramm „Wirtschaftsnahe Elektromobilität – WELMO“ möglich.

Allerdings sind in diesem Programm keine Privatpersonen antragsberechtigt, sondern nur Selbstständige sowie kleinere und mittlere Unternehmen (KMU), die ihren Unternehmenssitz, eine Betriebsstätte oder eine Niederlassung in Berlin haben und zur Ausübung ihrer gewerblichen, gemeinnützigen oder freiberuflichen Tätigkeit ein motorisiertes Fahrzeug benötigen.

Eigenverbrauch

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Kann ich auch 100 % des erzeugten Stroms ins Netz einspeisen?

Nein. Dies ist aus wirtschaftlichen Gründen auch nicht sinnvoll.

Mit der Regelung der 50 %-Begrenzung wird insbesondere bei einem prognosebasierten Betrieb die netzentlastende Wirkung der Solarstromspeicher gestärkt. Ziel ist damit insgesamt einen höheren Photovoltaik-Ausbau bei möglichst geringer Belastung der Verteilnetze und eine anteilige Eigennutzung von Solarstrom zu realisieren.

Ist es vorgesehen, auch Mieter*innen in Wohngebäuden mit PV-Strom zu versorgen?

Ja, Ziel der Förderung ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auch in sonnen- und windarmen Zeiten zu erhöhen und die Möglichkeiten zur Eigenversorgung mit selbst erzeugtem PV-Strom zu stärken.

Sonstiges

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Ist die zusätzliche Ladung des Stromspeichers mittels anderer Quellen erlaubt?

Ja, der Speicher kann auch aus anderen Quellen gespeist werden.

Es muss lediglich sichergestellt werden, dass der Strom, der durch die PV-Anlage erzeugt und nicht sofort verbraucht wird, in den Speicher eingespeist werden kann, d. h. die PV-Anlage bei der Einspeisung Vorrang hat.